Alveon

Die Minenfelder von Athos Prime

Als 2985 der Senat der Republik offiziell aufgelöst würde, waren die Machtkämpfe schon auf ihrem Höhepunkt. Als der Zerstörer Helios auf die Hauptstadt stürzte, tötete er 80% der hochrangigen Befehlshaber der Flotte und machte die Armeen von Lutien blind. Tilius von Hohendamm, seines Zeichens Admiral der zweiten Flotte hatte sich bereits wenige Monate zuvor losgesagt und war damit einer der wenigen Überlebenden. Hohendamm hatte bereits seit langer Zeit seine Crew sorgsam ausgewählt und ausgebildet, für ihn war das Ende der Republik nur eine Frage der Zeit. Nach kurzen Auseinandersetzungen an Bord seiner Schiffe, zog sich die Flotte in die äußeren Systeme zurück. Als die Helios abstürzte und die Aufnahmen des Absturzes in der ganzen Galaxis verteilt wurden, setzte Hohendamm Kurs auf Athos Prime. Es heißt, er wollte sich aus dem Konflikt zurückziehen, die Flotte bereithalten für den Kampf gegen die wahren Feinde der Republik. Vielleicht wollte er auch wie alle anderen, sein eigenes kleines Reich gründen.
Über die Jahre sind viele Tagebücher des Admirals aufgetaucht, sie alle erzählen von den letzten Tagen, den Schätzen der Flotte: Waffen, Ausrüstung, Credit-Barren, aber die Wahrheit ist, wenn er ein Tagebuch besaß, so liegt es noch immer auf seinem Flaggschiff - hinter den Minen von Athos Prime.
Der Planet war schon Jahre zuvor verwüstet worden, ein Konflikt, über den es keine Aufzeichnungen mehr gibt. Das Minenfeld jedoch schützte eine der größten Flottenraumstationen der Republik und das Herzstück von Hohendamms Armada. Tausende von speziell getarnten Gravitations-, Plasma-, Fusions- und Antimaterieminen in mehreren Ringen über tausend Kilometer von der Raumstation entfernt. Halb in die Überreste des zweiten Mondes von Athos hineingebaut, sollte sie die Raumstation über Monate hinweg versorgen.
Teleskope können durch die Felder blicken, sehen duzende intakte Raumschiffe, Zerstörer, Fregatten und Kreuzer gleichermaßen. Sie können in die Fenster der Schiffe sehen, in denen nur noch Stille herrscht.

Tilius von Hohendamm, Stratege und Kriegsgenie hatte einen entscheidenden Faktor unterschätzt. Andere hatten ihn schon zuvor als Gegner erkannt, Spione platziert und die Vorräte der Raumstation vergiftet.
Innerhalb kürzester Zeit erlagen immer mehr dem Fieber. Andere wollten weg, Hilfe holen, doch der Admiral würde das Minenfeld nicht abschalten. Außerhalb warteten bereits andere. Landungsschiffe, bereit die Flotte des Admirals in ihre Gewalt zu bringen. Ohne Zweifel hätte dies den Konflikt der Kriegsherren erheblich verändert. Doch nichts geschah. Eine kleine taktische Meisterleistung des Admirals sollte die letzte Chance seiner Crew werden. Er nutzte eine Unaufmerksamkeit seiner Feinde und sandte ein einziges Schiff durch ein Katapult nach draußen.
Zu wem sollten sie gehen? - sie suchten Hilfe und ihre Feinde um Athos Prime zogen sich schließlich zurück. Doch das vereinbarte Zeichen, wo sich ein sicherer Korridor durch die Minen befand blieb aus.

Viele haben seit dem versucht, in das Feld zu gelangen. Hyperschnelle Jäger, Mikro-Hypersprünge und gar ein Bombardement mit Asteroiden. Das Minenfeld hielt stand. Abenteuer suchten Codes, spürten die letzten Überlebenden und die Familie des Admirals auf. Man sagt, einzelne der Schiffe seinen in den Jahren verschwunden. Doch niemand schaut wirklich nach.

Das Minenfeld von Athos Prime ist zu einer Legende geworden. nach ein paar Jahren taucht ein neues Stück Information auf, etwas das alle anderen zuvor nicht hatten und eine neue Welle aus Expeditionen startet nach Athos. Doch wenn auch sie als Wracks um den Planeten treiben, finden sich schnell keine Freiwillgen mehr.